Gedenkstele

Die Idee zur Stele entstand anlässlich des Besuchs von Nachkommen des Anwalts Dr. Bruno Stern. Dieser führte bis 1938 mit seinem Cousin und Partner Dr. Gerson Haas eine renommierte Kanzlei an der Kaiserstraße 29.

Beide Familien haben glücklicherweise den Holocaust überlebt. So kamen sie für die bewährten Formen der Erinnerung an die ermordeten Bürger der Stadt nicht infrage. Für ein individuelles Gedenken am Haus eignete sich die Geschäftsstraße jedoch auch nicht.

Die Stele soll die jüdischen Inhaber von Geschäften, Firmen, Praxen und Kanzleien ins Gedächtnis ihrer Straße und ihrer Stadt zurückholen. Sie bietet die Möglichkeit, die jüdischen Firmeninhaber als selbstverständlichen Teil ihrer Straße zu zeigen.

Der Straßenplan mit allen Hausnummern ist darauf zu sehen. Die Namen der Geschäfte und ihrer jüdischen Inhaber sind an den jeweiligen Hausnummern verzeichnet, Symbole weisen auf die Branche hin. Zugrunde gelegt ist das Adressbuch von 1930, das den Stand von 1929 wiedergibt.

An den Jahresangaben zur Laufzeit der Geschäfte an der Kaiserstraße ist zu erkennen, wie systematisch und gründlich der NS-Staat seine Vertreibungspolitik umsetzte. Die letzten Firmen in jüdischem Besitz an der Kaiserstraße mussten 1938 schließen.

Über den QR-Code auf der Stele lassen sich Informationen zu den Firmen und ihren Besitzern abrufen.